21.11.2011

Blühwunder im November

Blühwunder im November

Jedes Jahr von Neuem mag ich kaum glauben, dass diese Pflanze noch zur Blüte kommt. Bis Ende Oktober weigert sie sich standhaft, ihre Blütenknospen zu öffnen, und man ist geneigt zu meinen, dass sie es vor dem Winter nicht mehr schafft, sie zu entfalten: Es geht um eine Sorte der Herbst-Chrysantheme, die mich in unserem Schaugarten in der Lyngsbergstraße jeden November dann doch noch mit einer für die Jahreszeit unglaublich sommerlichen Blütenfülle entzückt.

Leider weiß ich Ihren Sortennamen nicht, da die Pflanze von einer Pflanzenlady einmal bei mir vergessen wurde und sie sie mir dann nach telefonischer Rücksprache - ohne einen Namen nennen zu können - überlassen hat. (Danke nochmal, Iris Ney, kannst gerne einmal ein Stück zurückhaben...).

Klar ist aber: Es handelt es sich um eine winterharte Chrysanthemum-Indicum-Hybride. Nach meiner Recherche könnte es sich um die Sorte 'Nebelrose' handeln.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Gemeint sind hier nicht die Wegwerfpflanzen, die in Gartencentern oft als etwas aufdringliche Farbkugel-Möpse im Herbst angeboten werden und den winterlichen Frost nicht lebendig überstehen können.

Vielmehr geht es um eine sehr lohnenswerte Gruppe von dauerhaften winterharten Stauden, die Jahr für Jahr die Blühsaison mit einem fulminanten Feuerwerk krönen und beenden. Wenn alle Herbstastern mit Ihrer Blüte schon längst durch sind, die Herbst-Chrysanthemen halten durch oder fangen dann erst an. Manche Sorten blühen ab September, andere erst ab Ende Oktober und dann weit in den November hinein. Leichte Fröste überstehen die Blüten gut. Hier im milden Bad Godesberg bedeutet dies, dass die Blüten meist erst Ende November/Anfang Dezember vom Frost "geholt" werden und dann ganz braun werden.

Ein Hinweis zur Winterhärte: Die abgebildete Sorte hat die relativ harten Winter 2008/2009 und 2009/2010 mit jeweils bis zu -18°C unbeschadet überstanden. Im milden Westen Deutschlands können die Indicum-Hybriden somit wohl als winterhart gelten. In besonders kalten Gegenden, in denen Fröste unter -20°C häufiger vorkommen, könnte man die Pflanzen als grenzwertig winterhart einstufen.

Empfehlenswerte, relativ gut winterharte Sorten sind z.B. 'Anastasia', 'Julia' (gefüllt, hellrosa, ähnlich meiner unbekannten), 'Bienchen' (gefüllt, braunorange bis honiggelb), 'Dernier Soleil' (einfache Blüte, warme Farbtöne in braunrot und etwas gelb), 'Hebe' (einfach, hellrosa), 'Herbstbrokat' (aprikot), 'Kleiner Bernstein' (blass-orangegelb)

Oder eben 'Nebelrose', um die es sich bei meiner Pflanze wahrscheinlich handelt.

Verfasser: Jörg Lonsdorf

Gartengestaltung. Gartenplanung. Gartenpflege | Bonn-Bad Godesberg. Köln | Jörg Lonsdorf. Die Gartenthusiasten.